MEIN ARBEITSPLATZ

Timo Lameh

Für Timo Lameh macht sich die Transformation in seinem Alltag bemerkbar: Für die neuen Papierlinien müssen erst noch Standards definiert werden.

Foto: Frank Rogner

Der Transformator

Timo Lameh (27) ist Werkzeugmechaniker bei Huhtamaki in Alf.

Alles auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen – das war schon immer mein großes Hobby. Als ich damals mit meinem Bruder zusammenlebte, hatten wir unsere Wohnung schon vernetzt, als es den Begriff ›Smart Home‹ noch gar nicht gab. Insofern war für mich zunächst klar, Informatik zu studieren. Aber den Rest des Lebens auf dem Schreibtischstuhl sitzen und tagein, tagaus stur auf den Monitor gucken? Das war dann doch nicht meines. Also brach ich das Studium ab und begann 2017 eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker.

Am Ende der drei Jahre hielt bei uns die Transformation Einzug. Wir entwickeln uns von einem reinen Kunststoffhersteller hin zu einem, der zunehmend Verpackungen aus Papier fertigt. Aktuell sind es unzählige Pappdeckel für To-Go-Becher, die wir hier bei uns an der Mosel produzieren.

»Vielleicht arbeiten wir eines Tages sogar mit Datenbrillen.«

Mit dem Wandel hat sich mein Arbeitsalltag deutlich verändert. An den Werkzeugen, die ich für die Maschinen benötige, sammeln sich schnell Zellstoffreste. Deshalb muss ich sie nun häufiger warten. Und natürlich ist das gesamte Arbeiten an den Papierlinien ein anderes geworden. Neue Technologien haben Einzug gehalten. Die Kunststoffproduktion erfordert beispielsweise kein Wasser. Die Prozesse waren seit Jahren standardisiert. Für die Papierlinien müssen wir diese Standards erst noch finden beziehungsweise definieren. Vielleicht arbeiten wir sogar eines Tages mit Datenbrillen, die mich dann exakt dorthin führen, wo etwas klemmt.

Eben weil ich hautnah mitbekomme, wie viel die Transformation verändert, engagiere ich mich in der IGBCE. Als Mitglied im Bezirksvorstand und im Landesbezirksjugendausschuss setze ich mich für gute Arbeitsbedingungen ein. Das gilt ebenso für mein Amt als Vorsitzender der Vertrauensleute. Gute Verbesserungsvorschläge tragen wir in den Betriebsrat. Zum Beispiel zu prüfen, ob eine Gefahrenzulage möglich ist, wenn die Kolleg*innen die Formen ausbauen, die im Regelbetrieb immerhin 200 Grad heiß sind.

Aufgezeichnet von Axel Stefan Sonntag