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VOR ORT: Westfalen

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Standpunkt

HARALD SIKORSKI

Foto: IG BCE Westfalen

Spontane Demonstration

Marl | Evonik plant Veränderungen im Chemiepark Marl

Foto: IG BCE Recklinghausen

Viel los bei Evonik in Marl: Der Betreiber des Chemieparks plant aktuell, Bereiche wie die Bahn und den Autohof des Chemieparks in die Evonik Logistics Services GmbH (ELS) zu überführen. Bei der Belegschaft und der IG BCE hat dieses Vorgehen für Unverständnis gesorgt. »Erst werden die Beschäftigten für ihren unermüdlichen Einsatz gerade in Corona Zeiten gelobt, um dann im gleichen Atemzug mit so einer Entscheidung Ängste und Sorgen zu verbreiten. Das passt nicht zusammen«, sagte der IG-BCE-Bezirksleiter Recklinghausen, Karlheinz Auerhahn.

Nach Bekanntwerden der Evonik-Überlegungen kamen kurzfristig rund 70 organisierte Kolleg*innen zusammen, um noch vor einer Infoveranstaltung des Betriebsrats ihren Unmut kundzutun (Foto). Der Vorsitzende des Vertrauensleutekörpers (VKV) von Evonik in Marl, Karlheinz Völkel, war schwer beeindruckt von der spontanen Demonstration im Vorfeld der Infoveranstaltung. »Wir wollten frühzeitig auf die Situation des Unternehmens aufmerksam machen und haben aus der Belegschaft nur Verständnis und positive Reaktionen für die Betroffenen erhalten. Das stärkt die große IG-BCE-Gemeinschaft am Standort«, sagte Völkel. Mit der Ak-tion distanzierten sich die Beschäftigten klar von den Überlegungen der Evonik und machten lautstark deutlich, wieso die Intralogistik ein elementarer Bestandteil für das Kerngeschäft des Chemieparks Marl ist. »Dass aktuell überlegt wird, ob unsere Tätigkeit zum Kerngeschäft von Evonik gehört oder nicht, schürt Ängste und Sorgen. Und deshalb möchten wir die Betroffenen über unsere momentane Situation informieren«, sagte Christian Gluth, einer der Betroffenen und Vertrauensmann der IG BCE.

Im Rahmen der anschließenden Infoveranstaltung machte auch der Betriebsratsvorsitzende der Evonik Marl, Gerd Ribbeheger, deutlich, dass »Optimierung bei der Intralogistik für uns Betriebsräte keinen Sinn ergebe, wenn sich die Verantwortlichen lediglich darauf konzentrieren, niedrigere Tarife anzuwenden«. Um künftig besser dazustehen, sei es stattdessen sinnvoll, die einzelnen Prozesse zu betrachten und zu optimieren. Auch Karlheinz Auerhahn war dankbar für die große Solidarität unter den Betroffenen. »Unser Slogan ›Solidarität hat einen Namen: IG BCE – jetzt Mitglied werden‹, trifft hier mehr als deutlich zu.«

Diversity im Fokus

Bochum | DMT-LB hat Themenwoche veranstaltet

Christiane Scholz setzt sich seit Jahren für mehr Diversität ein.

Foto: Frank Rogner

Menschlichkeit, Wertschätzung, Haltung und Zusammenarbeit sind die Leitgedanken der DMT-LB – der Trägergesellschaft der Technischen Hochschule (TH) Georg Agricola Bochum und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Das Unternehmen zeichnet sich nicht zuletzt auch durch die thematischen Unterschiede und die Vielfalt der beiden Institutionen aus. Alleine auf dem Campus der TH Georg Agricola lernen, lehren und arbeiten Menschen aus fast 70 Nationen: Frauen, Männer, Diverse, Christen, Muslime, Buddhisten, Europäer, Asiaten und Afrikaner – die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen und sie zeigt, wie divers die Hochschule doch ist.»All das unter dem gemeinsamen Dach der DMT-LB zu bündeln gelingt nicht immer«, sagt Christiane Scholz, Betriebsratsvorsitzende der DMT-LB. »Auf der persönlichen Ebene, insbesondere im direkten kollegialen Austausch, wurden und werden aber oftmals Gemeinsam-keiten sichtbar und führen zu einem konstruktiven Miteinander, zu Dialog und Akzeptanz.« Was im Unternehmen auf Arbeitsebene täglich im Kleinen gelinge, wolle man nun im Rahmen des Diversity-Managements auf die gesamte DMT-LB ausweiten.Um diversitätssensible Impulse in Lehre, Forschung, Vermittlung und Verwaltung hineinzutragen, hat die DMT-LB in diesem Jahr mit mehreren Veranstaltungen an der Diversity-Woche der Charta der Vielfalt teilgenommen. Das Angebot richtete sich an alle Beschäftigten der DMT-LB und auch an die Studierenden der TH Georg Agri-cola. An vier Tagen wurden insgesamt fünf Aspekte der Diversität behandelt. Dabei ging es um Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung, Teilhabe, ethnische Herkunft und Nationalität sowie um Geschlecht und gesellschaftliche Identität »Durch eine inklusive, offene und vorurteilsfreie Haltung, die auf Respekt, Wertschätzung, Toleranz und Akzeptanz beruht, bieten sich im Berufs- und im Privatleben viele Möglichkeiten, um zu erkennen, wie vielfältig und bunt das Leben sein kann«, sagt Christiane Scholz.

Es geht wieder los

Haltern am See | Bildungszentrum in den Startlöchern

Detlef Lüke blickt nach dem langen Lockdown wieder positiv in die Zukunft.

Foto: Leo Kölzer