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HESSEN-THÜRINGEN

VOR ORT: Hessen-Thüringen

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NAMEN & NACHRICHTEN

Die Zukunft im Blick

WIESBADEN | »Nachhaltigkeit in der Unternehmenspraxis« ist das Thema eines Wettbewerbs für Auszubildende, den die IG BCE gemeinsam mit dem Arbeitgeberverband HessenChemie und dem Verband der Chemischen Industrie ausrichtet. Dabei sollen sich die Teilnehmer*innen in Gruppen mit den Nachhaltigkeitszielen – den sogenannten Sustainability Development Goals (SDG) – in ihren Unternehmen auseinandersetzen. Der Wettbewerb läuft von Ende September bis Anfang November. Die gemeinsame Ankündigung der Chemie3-Sozialpartner folgt im Laufe des Monats. Die Preisverleihung ist für Dezember geplant.

Jugend für Organspende

DARMSTADT | Wer einen Organspendeausweis bei sich trägt, kann Leben retten: Darauf haben Mitglieder der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Merck in Darmstadt anlässlich des Tages der Organspende aufmerksam gemacht. Insgesamt 110 Teil-nehmer*innen waren bei den beiden digitalen Veranstaltungen zugeschaltet, rund 50 Ausweise forderten sie danach an.

»Organspende ist ein unangenehmes, aber gleichzeitig sehr wichtiges Thema«, sagt Leon Schuepfer, der die Aktion organisiert hat. »Wir möchten erreichen, dass sich jeder einmal damit auseinandergesetzt hat.« Für die Aktion haben die Jugendlichen ein Video produziert, in dem drei Menschen, die eine Spenderniere erhalten haben, zu Wort kommen. Im Anschluss beantworteten sie Fragen und nahmen ein Meinungsbild der Teilneh-mer*innen auf. »Ich bin selbst nierentransplantiert und habe für das Video ein paar Leute angefragt, die ich kenne«, sagt Leon Schuepfer. »Die meisten kennen niemanden, der betroffen ist, und wissen nicht, was für eine Erleichterung das ist. Im besten Fall kann man
wieder normal am Leben teilnehmen.«

Freiheit für Kolleg*innen

Kassel | Die Situation für die Opposition in Belarus wird nach der erzwungenen Landung eines innereuropäischen Flugs in Minsk immer schwieriger. Auch in einer der wichtigsten Exportbranchen des Landes, der Kaliindustrie, setzen sich Kolleg*innen für Demokratie ein, eine Reihe von ihnen sind inhaftiert. Unter dem Titel »Gewerkschaftsrechte sind Menschenrechte – Solidarität für unsere Kali-Kumpel in Weißrussland« haben die Betriebsräte beim Kali-Förderer K+S am 28. Mai eine Erklärung verabschiedet und sie an den internationalen Gewerkschaftsverband IndustriAll weiter-gegeben. In ihr erklären sie sich mit den Beschäftigten bei Belaruskali solidarisch und fordern, zu Unrecht inhaftierte Gewerkschaftskolleg*innen freizulassen und ausgesprochene Kündigungen zurückzunehmen.

Für faire Bezahlung

Eschwege | Mitglieder fordern Tarifvertrag

Mit Fahnen und in roten IG-BCE-Shirts forderten die Beschäftigten einen Tarifvertrag.

Foto: Leon Kunkel

Gute Profite durch die Corona-Pandemie und trotzdem kein Tarifvertrag: Das geht nach Auffassung der IG BCE gar nicht. Deshalb haben am 1. Juni vor dem Betriebsgelände der MP Biomedicals Germany GmbH in Eschwege Gewerkschaftsmitglieder bei einer tarifpolitischen Mittagspause ihrem Unmut über die Haltung des Unternehmens Luft gemacht. Die Firma stellt unter anderem Corona-Tests her.

Nach Aussagen des IG-BCE-Unternehmensbetreuers Jan Obramski verweigert sich der Arbeitgeber bislang Tarifverhandlungen. »Die wirtschaftliche Entwicklung ist sehr gut«, sagt er. »Und bei der Belegschaft sollen trotzdem nur ›Brotkrumen‹ ankommen.« Nun wollen die Beschäftigten sich darauf verständigen, wie sie ihren Forderungen weiteren Nachdruck verleihen.

Kaffee und Glückskekse

Foto: Alexandra Friedrich

Kassel/Gießen | Gemeinsam Kaffee trinken – das geht auch aus der Ferne. Im Mai haben sich Frauen aus dem Bezirk Kassel zu einem digitalen Frühstück getroffen, am 16. Juni aus dem Bezirk Mittelhessen – digital, versteht sich.

Rund 30 Teilnehmerinnen haben sich zur Veranstaltung des Bezirks Kassel zusammengeschaltet. Organisiert hatte sie die Arbeitsgruppe »Digitales Frühstück« des Bezirksfrauenausschusses (BFA). Es herrschte eine entspannte Atmosphäre, auch Kinder waren dabei. Vorab hatten die Frauen vom Bezirk ein Päckchen bekommen – mit Kaffee, Tee, einem Fläschchen Prosecco, Aufstrich, Kuchen, einem Teelicht und einem Glückskeks. Der hatte eine Funktion: »Die Teilnehmerinnen sollten die Glückskekse öffnen und den Spruch vorlesen«, erklärt Tina Wilhelm, die als Gewerkschaftssekretärin die Veranstaltung organisiert hat.

Ziel war es, den Kontakt zwischen den Frauen und dem neu gewählten BFA herzustellen, die Arbeit des Gremiums und die Planung vorzustellen und sich über aktuelle Themen auszutauschen. »Die Resonanz war sehr gut«, sagt Wilhelm. »Für einige Frauen war es die erste Möglichkeit, mit dem BFA in Kontakt zu kommen.«

Digital vernetzt

WIESBADEN/HANNOVER | Bundesjugendkonferenz 2021

Bei der Bundesjugendkonferenz vom 13. bis 15. Mai sind auch eine Reihe von Anträgen aus dem Landesbezirk Hessen-Thüringen behandelt worden. Dabei ging es unter anderem um die Bezahlung von Auszubildenden beim Kali-Förderer K+S und Inklusion bei der Gestaltung von Bildungsangeboten der IG BCE. 20 Delegierte aus dem Landesbezirk nahmen an der digitalen Veranstaltung teil.

»Ich glaube, wir haben das beste aus der Situation gemacht«, sagt Kai Schieferdecker, Vorsitzender des Landesbezirksjugendausschusses. »Die Hürden, die durch das digitale Format entstanden sind, haben wir gut überwunden.« Bereits einige Tage vor der Konferenz hatten sich die Delegierten zu einer Online-Vorbesprechung getroffen und waren die Anträge gemeinsam durchgegangen. »Vieles hat sich aber kurzfristig noch geändert, weil sich die Konferenz sehr dynamisch entwickelt hat.« Auch während der Konferenz haben sich die Delegierten aus dem Landesbezirk über einen Chat zusammengeschaltet. Um sich abzusprechen, und auch, um sich am Rechner nicht zu allein zu fühlen.

Zur Entspannung, aber auch um sich zu vernetzen, haben sich dann auch Konferenzteilnehmer aus verschiedenen Landesbezirken nach dem offiziellen Teil am Abend in einer Videokonferenz getroffen. »Das war für uns sehr wichtig«, sagt Kai Schieferdecker. »Auch wenn man den Tag über heftig diskutiert hat, sollte am Ende jeder mit einem guten Gefühl rausgehen.«

Kontrovers diskutiert

Foto: Privat

4 Fragen an Stefanie Taxweiler

Die Gewerkschaftssekretärin ist seit März im Landesbezirk Hessen-Thüringen.

Foto: IG BCE

Wie hast du den Landesbezirk kennengelernt?

Bevor ich im März fest angefangen habe, bin ich schon die Monate zuvor als Trainee im Landesbezirk gewesen. Die Kolleg*innen haben sich große Mühe gegeben, dass ich alles kennenlernen konnte. Trotz Corona habe ich in Präsenz die Frauenkonferenz des Bezirks Thüringen erlebt. Davor, im Sommer 2020, war ich im Bezirk Mittelhessen. Dort habe ich eine Reihe von Betrieben kennengelernt und auch ein paar Betriebsversammlungen erlebt.

Was waren die wichtigsten Punkte deiner Arbeit seit März?

Das waren die Konferenzen. Die Landesbezirksdelegiertenkonferenz, die Bundesjugendkonferenzen, die DGB-Konferenzen und der Gewerkschaftskongress im Herbst — da hatte und habe ich viel mit der Vorbereitung zu tun. Und es war unheimlich interessant mitzubekommen, welche Themen die Mitglieder der IG BCE bewegen. Gleichzeitig ist es eine spannende Zeit, jetzt, wo sich unsere Gremien neu konstituieren. Ein schöner Moment, um einzusteigen.

Welche Aufgaben hast du übernommen?

Ich bin jetzt für die Personengruppen Jugend und Frauen zuständig. Und ich kümmere mich um die Aufgaben Marketing, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört auch die Neuanfängerwerbung. Darauf freue ich mich extrem. Ich komme aus dem Vertrieb, ich liebe es, mich mit Menschen auszutauschen, den Mehrwert von etwas herauszustellen und die Menschen von einer Sache zu begeistern.

Wie waren — auch angesichts von Corona — die ersten Kontakte mit den Mitgliedern?

Einen Teil der Leute habe ich schon persönlich kennengelernt, vor allem die, die bei den Konferenzen vor Ort waren. Gerade ehrenamtliches Engagement lebt ja eigentlich von persönlicher Begegnung. Dass viele Veranstaltungen nur digital stattfanden, war da eine große Herausforderung. Ich habe aber eine herzliche Gremienarbeit erlebt. Trotzdem haben wir das Frauennetzwerktreffen in den September verlegt, weil wir uns einfach persönlich vernetzen wollen.